Der wohl beliebteste Klang von Gitarrenverstärkern wird als
„Distortion“ oder „Overdrive“ bezeichnet. Er
zeichnet sich durch eine starke Verzerrung aus, die ursprünglich
einmal durch eine Übersteuerung der Verstärkerelektronik (der
Röhren) erzeugt wurde. Rockmusik ist ohne diesen speziellen Sound
überhaupt nicht denkbar. Insbesondere Gitarrengrößen
wie Hendrix oder Clapton haben diesen Sound mit geprägt. Ein guter
Gitarrenverstärker liefert jeden gewünschten
Distortion-Sound: von britisch aggressiv (alle Regler auf
Rechtsanschlag!) bis sahnig weich (Gary Moore: „Still Got The
Blues“ oder Santana) mit wenigen Höhen und vielen Mitten.
Weiterhin sollten leicht angezerrte Klänge möglich sein wie
man sie beispielsweise von den Rolling Stones kennt. Dazu gibt es
entweder einen eigenen Kanal, der meistens mit „Crunch“
bezeichnet wird, oder dieser Klang wird dadurch erreicht, dass der
„Distortion“-Kanal mit weit zugedrehtem Gain-Poti benutzt
wird. Eventuell sollten Sie den Händler bitten, diese Sounds
für Sie einzustellen. Einen „Clean“-Kanal hat
eigentlich jeder Verstärker, und fast alle Verstärker
produzieren gute unverzerrte Klänge. Eine einfache Klangregelung
mit mindestens einer Einstellmöglichkeit für Bässe und
Höhen gehört ebenso mit dazu wie ein Halleffekt (entweder
durch Federhall oder in digitaler Form). Auf Effekthascherei sollte
jeder Gitarrist verzichten. Das mag beim Spiel allein noch gut klingen.
In einer Band setzt sich so ein Gitarrensound jedoch kaum durch. Etwas
Hall, eventuell ein kurzes Echo, und „that’s it“.
Bietet der Gitarrenverstärker einen Effektweg, können
später noch externe Effektgeräte eingeschliffen werden. Sehr
beliebt sind hier die günstigen „Tretminen“ der Firmen
BOSS und IBANEZ, die den Verstärker durch unterschiedlichste
Effekte und Klänge erweitern können. Günstige und gute
Verstärker bekommt man von MARSHALL, FENDER, HUGHES & KETTNER
und LINE6. Der Verstärker sollte in seiner Leistung nicht zu
schwach sein, damit er sich auch im Bandgefüge noch durchsetzen
kann. Mit 60 Watt kann man sich auch gegen laute Schlagzeuger behaupten.
Kabel
Oft vernachlässigt wird das Instrumentenkabel. Einige
Händler geben gerne ganz großzügig dünne Kabel
hinzu, welche schon nach wenigen Tagen brüchig werden und dann den
Spielspaß vermiesen. Es sollte in jedem Fall in ein gutes
Instrumentenkabel investiert werden, welches nicht zu lang, aber auch
nicht zu kurz sein sollte. Sehr gute Kabel, die bei ordentlichem Umgang
lange halten, bekommt man von den Firmen CORDIAL und KLOTZ. Wichtig
ist, dass das Kabel nach dem Spiel wieder ordentlich aufgerollt wird
(nicht über dem Arm aufrollen!). Dazu greift man ein Ende des
Kabels mit einer Hand und wickelt dann das Kabel mit der anderen Hand
locker in einem etwa 20 cm großen Radius so auf, dass es nicht
verdrillt ist oder Schlaufen bildet. Mit den Fingern der Wickelhand
kann man gegebenenfalls das Kabel seiner natürlichen Drillung
entsprechend etwas drehen. Wichtig ist, dass bei Verknotungen oder
Verdrillungen niemals feste am Kabel gezogen wird. Besser ist es, den
verdrillten Teil gerade auf den Boden zu werfen und das Kabel an dem in
der Hand befindlichen Ende wie eine Schlange hin und her zu schlackern,
bis sich die Verdrillung gelöst hat. Nun kann ein neuer
Aufrollversuch unternommen werden.
Hier gibt es noch mehr Informationen zum Thema Gitarrenverstärker.