Durch den fehlenden Resonanzkörper benötigt
die E-Gitarre eine externe Verstärkung. Die Saitenschwingung
wird durch Tonabnehmer („Pickups“) in eine
elektrische Schwingung umgewandelt, die dann über ein Kabel an
den Verstärker zur weiteren Bearbeitung geleitet wird. Die
Umwandlung in eine elektrische Schwingung geschieht nach dem
Induktionsprinzip. Die Saitenschwingung verändert dabei das
Magnetfeld eines Magneten, der von einer Spule umwickelt ist. Nach den
Gesetzen der Induktion wird in dieser Spule eine Spannung induziert,
die sich proportional zur Saitenschwingung verhält.
Singlecoil
Dieser einspulige Tonabnehmer hat eine sehr schmale Bauform
und zeichnet sich durch seinen sehr perkussiven und drahtigen Klang
aus. Die bekannteste Gitarrenbauform mit Singlecoils ist die FENDER
Stratocaster, welche mit drei dieser Tonabnehmer in Steg-, Mittel- und
Halsposition bestückt ist.
Nachteil der Singlecoil-Tonabnehmer ist die große
Anfälligkeit für Nebengeräusche und
Einstreuungen durch Lampen und andere Störquellen. Dies
fällt insbesondere dann ins Gewicht, wenn die
Verstärkung sehr groß ist, z. B. beim verzerrten
Spiel.
Humbucker
Der zweispulige Humbucker verrät eine seiner
Besonderheiten schon mit seinem Namen: „hum“
(engl.) bedeutet „Brummen“, „to
buck“ (engl.) bedeutet „dagegen sein, sich
widersetzen“. Humbucker kann also auch als
„Brummunterdrücker“ übersetzt
werden. Diese Bauform von Tonabnehmern zeichnet sich dadurch aus, dass
sie eine gewisse Immunität gegenüber Brummen und
anderen Störgeräuschen besitzt. Erreicht wird das
durch eine in Reihe geschaltete zweite Spule, die gegenüber
der ersten Spule gegenläufig gewickelt ist. Doch auch
klanglich hat der Humbucker seinen Reiz. Durch die zweite Spule besitzt
er ausgeprägte Bässe und tiefe Mitten sowie eine
höhere Ausgangsspannung. Deshalb ist dieser Tonabnehmertyp
besonders für das verzerrte Spiel beliebt.
Tonabnehmerkombinationen
Es gibt Gitarren mit den unterschiedlichsten
Tonabnehmerkombinationen:
– Drei Singlecoils: Fender
Stratocaster und verwandte Gitarren
– Zwei Humbucker: Gibson Les
Paul und verwandte Gitarren
– Ein Humbucker, zwei
Singlecoils: Mischform, an Strat angelehnt.
– Zwei Humbucker, ein
Singlecoil: Mischform, an Les Paul angelehnt.
Es existieren weitere exotische Kombinationen. Außerdem gibt
es oft die Möglichkeit, bei den Humbuckern eine Spule
auszuschalten und diese als Singlecoil zu nutzen. Somit wird das
Instrument klanglich sehr flexibel und bietet viele Soundvariationen.
Tremolo-/Vibratosysteme
Viele E-Gitarren verfügen über sog.
Tremolo-Systeme, mit denen die Tonhöhe durch Drücken
oder Ziehen eines Hebels geändert werden kann
(Veränderung der Saitenspannung und damit der Stimmung). Diese
Systeme werden fälschlicherweise als Tremolo bezeichnet
(Tremolo = kontinuierliche Veränderung der
Lautstärke), weil sie eigentlich einen Vibrato-Effekt bewirken
(Vibrato = kontinuierliche Veränderung der Tonhöhe).
Neben den einfachen Standardsystemen, bei denen das Vibratosystem auf
dem Korpus der Gitarre aufliegt und nur in eine Richtung bewegt werden
kann, gibt es die aufwändigeren und stimmstabilen FLOYD
ROSE-Systeme, die frei schwebend montiert sind und eine
Tonhöhenänderung in beide Richtungen erlauben. Bei
diesen Systemen werden die Saiten am Sattel festgeklemmt und per
Feinstimmer am System selbst gestimmt. Der größte
Nachteil ist, dass beim Reißen einer Saite im Extremfall die
gesamte Stimmung nicht mehr gewährleistet ist und das System
festgestellt und neu justiert werden muss. Außerdem ist das
beliebte Auflegen des Handballens der rechten Hand auf den Steg bei
sehr leichtgängigen Systemen nicht möglich, da diese
dann sofort bewegt werden und eine
Tönhöhenänderung auslösen. Vorteil
ist die extreme Stimmstabilität, die sich selbst durch
wildeste Heavy Metal- Orgien mit dem Vibratohebel kaum
verändert. Für den Schulalltag empfehle ich entweder
ein Standard-System (wie bei einer FENDER Stratocaster) oder ein durch
einen Holzkeil festgestelltes Floyd Rose. Leider gibt es nur noch
wenige Gitarren, die ohne ein Vibratosystem auskommen. Dies ist
für die Schule und insbesondere für Einsteiger am
Instrument eher hinderlich als förderlich. Es empfiehlt sich
deshalb, einfach den Hebel herauszuschrauben.
Anzahl der Bünde
Die meisten E-Gitarren verfügen über 22 bis
24 Bünde. Für die Schule spielt dies keine Rolle. Es
gibt nur wenige Songs, die 24 Bünde erfordern. Oft bewegen
sich diese Songs im Bereich des Heavy Metal und sind für
Schüler ohnehin nicht spielbar.
Saitenlage
Die Saitenlage des Instruments entscheidet in großem
Maße über den Spielwiderstand. Die Saitenlage ist
der Abstand zwischen Bundstäbchen und Saite. Je höher
die Saitenlage, desto größer die erforderliche
Kraft, um die Saite auf das Bundstäbchen zu drücken,
welches sie unterteilt und damit die Tonhöhe bestimmt. Die
Saitenlage kann an den Saitenreitern am Steg der Gitarre
verändert werden. Dies sollte allerdings von einem Fachmann
gemacht werden, da auch die Oktav-reinheit und die durch den Halsstab
eingestellte Krümmung des Halses eine Rolle spielen. Es
empfiehlt sich, beim Kauf bereits darauf zu achten, dass die Saitenlage
eher flach als zu hoch eingestellt ist. Ein Hersteller, der
für Instrumente mit sehr flacher Saitenlage bekannt ist, ist
die Firma IBANEZ. Die Instrumente zeichnen sich durch eine
hervorragende Spielbarkeit bei günstigem Preis aus.
Instrumentenkauf
Beim Kauf einer E-Gitarre sollte in jedem Fall das Instrument
vorher getestet werden. Das geht auch als Nicht-Gitarrist. Begutachten
Sie vor allem die Saitenlage und die Abschlüsse der
Bünde. Reibt man mit der Hand leicht über die Seiten
des Halses, bemerkt man sehr schnell, ob Bünde scharfkantig
sind und überstehen. Solche Instrumente sollten besser beim
Händler verbleiben. Ist die Saitenlage zu hoch, d. h. lassen
sich die Saiten nur mit hohem Kraftaufwand bis zum
Bundstäbchen niederdrücken, muss sie entweder vom
Händler eingestellt (sollte dieser kostenlos machen!) oder ein
anderes Instrument ausgesucht werden. Ein guter Test für die
Saitenlage ist auch ein Barré-Griff. Dazu legt man den
Zeigefinger in einem Bund quer über die Saiten und
drückt diese alle gleichzeitig mit der Seite des Fingers
herunter. Ist dies leicht zu bewerkstelligen, hat das Instrument eine
recht flache Saitenlage. Schalter und Regler müssen
geräuschlos und ohne Kratzen funktionieren. Das Instrument
sollte nicht zu schwer sein, damit auch kleinere Schüler damit
umgehen können. Außerdem darf es nicht kopflastig
sein, d.h. es muss auch ohne auf den Korpus aufgelegtem Arm im
Gleichgewicht auf dem Bein liegen bleiben oder am Gurt hängen.
Empfehlenswerte Einsteigerinstrumente findet man bei den Firmen IBANEZ
und YAMAHA, doch auch FENDER hat eine günstige Gitarrenserie,
die in Mexiko gefertigt wird, im Programm. GIBSON vertreibt seine
günstigen Gitarren unter dem Namen EPIPHONE.
Auf instrumentenland.de findet man auch tolle E-Gitarren
im Shop. Einfach mal reinschauen.
Mehr Infos zu Heavy Metal findet man hier.