E-Bässe

E-Bass kaufen...

Während die E-Gitarre auf dem Wunschzettel vieler junger Musiker ganz oben steht, fristet der E-Bass E-Basseher ein trauriges Schattendasein. Bass zu spielen sei „uncool“ ist ein häufig gehörtes Argument von Schülern, wenn sie sich beim Musizieren im Klassenverband dieses Instrument umschnallen sollen. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass Bassisten selten in der ersten Reihe stehen, keine High Speed-Soli spielen und sich im Kontext des Songs eher unauffällig verhalten. Hinzu kommt, dass im Zeitalter von Techno, Hip-Hop, House und Co. immer wieder Bass und Schlagzeug von Keyboards und Computern ersetzt werden. Doch da seit einiger Zeit Musik gerne wieder von Hand gespielt wird und Rockmusik ein Revival feiert, wird es Zeit, sich den E-Bass einmal etwas genauer anzuschauen und ihm zu dem Ansehen zu verhelfen, welches ihm gebührt.

Das Instrument E-Bass

Der E-Bass gehört zu den elektrisch verstärkten Saiteninstrumenten. Wie bei der E-Gitarre ist der Verstärker maßgeblich an der Klangformung beteiligt und gehört somit zur Klangerzeugung. Die Saitenschwingung wird durch einen Tonabnehmer in eine elektrische Schwingung gewandelt und diese über ein Kabel zum Bassverstärker geleitet. Auch beim E-Bass kommen als Tonabnehmer Single Coils und Humbucker zum Einsatz (vgl. Praxis des Musikunterrichts 92, S. 47 f.). Die Single Coils werden beim Bass meistens als J-Style (benannt nach dem Pickup des Fender Jazz Bass) und die Humbucker als P-Style (benannt nach dem Pickup des Fender Precision Bass) bezeichnet.
Der E-Bass besitzt in der Regel vier ummantelte Saiten, die im Quartabstand auf die Töne 1E, 1A, D und G gestimmt sind. Dies entspricht der Stimmung des Kontrabasses. Ausnahmen bilden fünf- und sechssaitige Bässe, die jeweils eine tiefer und eine höher gestimmte Saite hinzufügen. Für die Schule sollte allerdings auf viersaitige Bässe in Standardstimmung zurückgegriffen werden. Der Hals von E-Bässen umfasst meistens 20 bis 22, selten 24 Bünde. Die Mensur reicht von Short Scale (30 Zoll) bis Long Scale (34 Zoll), in Ausnahmefällen auch bis 36 Zoll („extra long scale“). Im Normalfall greift man auf einen Long Scale-Bass zurück. Möchte man den Bass auch in den unteren Jahrgangsstufen einsetzen, ist die alternative Anschaffung eines Short Scale Basses empfehlenswert, weil dann auch kleinere Schüler das Instrument problemlos spielen können.
Hoefnerbass Die Saiten des Basses werden entweder mit den Fingern gezupft oder mit einem Plektrum angeschlagen. Weit verbreitet ist die Zupftechnik. Für verschiedene Musikstile der Rockmusik (z. B. Funk) werden die Saiten häufig auch mit der Seite des Daumens angeschlagen oder mit dem Zeigefinger angerissen. Diese Technik nennt man Slapping. Bekannt für seine ausgezeichnete Slap-Technik ist der Bassist MARK KING der Band LEVEL 42, die vor allem in den 80er-Jahren viele große Hits hatte. Er gilt als einer der besten Slap-Bassisten der Welt.
 Für den Instrumentenkauf gilt das bei der E-Gitarre Gesagte: Zu achten ist auf eventuell scharfkantige Bünde. Eine tiefe Saitenlage vereinfacht das Spiel. Insbesondere Anfänger profitieren davon. Einige Bässe verfügen über eine aktive Elektronik, d. h. bereits im Bass befindet sich eine Vorverstärkerschaltung. Diese wird über eine Batterie betrieben. Die Klangregelung aktiver Bässe arbeitet flexibler, kann bei günstigen Modellen aber auch ein zusätzlicher Rauschgenerator sein. Für den Schulbetrieb praktischer ist die klassische passive Elektronik mit Volume- und Tone-Regler, weil sie ohne Batterie auskommt. Empfehlenswert sind die günstigen Einsteiger-Bässe von Yamaha, Ibanez, Fender/Squire.

Bass-Saiten

Anders als Gitarren-Saiten sind die Saiten eines E-Basses recht teuer, insbesondere dann, wenn es sich um Markensaiten handelt. Deshalb empfiehlt es sich, diese gut zu pflegen. Nach dem Spiel kann Schweiß mit einem trockenen und weichen Tuch von den Saiten entfernt werden, sodass sich in den Rillen der Ummantelung keine Rückstände bilden. Mit zunehmender Verschmutzung klingen die Saiten matt und ohne Brillanz. Beim Saitenkauf erhält man in der Regel Saiten vom Typ Roundwound Stainless Steel (also aus rostfreiem Stahl). Wenn man sich unsicher ist, sollte man gezielt danach verlangen (steht auf der Verpackung). Die Saitenstärken sind light, medium und heavy. Werksseitig sind die meisten Bässe mit Saiten der Stärke medium bespannt.

Und musikalisch betrachtet?

Der Bass ist wichtiges Bindeglied zwischen dem Schlagzeug und den übrigen Harmonie-/Melodie-Instrumenten. Der Bass gehört zwar zur Rhythmusgruppe, spielt aber nicht nur eine rhythmische Rolle, sondern in erster Linie auch eine harmonische. Ohne den Bass verlieren die übrigen Harmonie-Instrumente viel von ihrer Bedeutung im harmonischen Gesamtkontext eines Songs. Der Bassist entscheidet, wie das übrige Harmoniegefüge eines Songs empfunden wird. Das Frequenz-Spektrum verliert ohne den Bass zudem im tieffrequenten Bereich bis hin zu den tiefen Mitten wichtige Signal-Anteile, die der Hörer als „Druck“ oder „druckvoll“ bezeichnet. Der Bass wird im Frequenz-Spektrum in der Regel unter die Bass Drum des Schlagzeugs gemischt. Ein guter Bassist achtet (bei traditioneller Rockmusik) penibel darauf, dass er rhythmisch mit der Bass Drum zusammen spielt. Spielen Schlagzeuger und Bassist synchron, stellt sich ein sehr druckvolles Klangbild ein, und Bass Drum und Bass verschmelzen zu einer Einheit. Doch wie bereits an anderer Stelle angedeutet, darf der Bass auch gerne mal ausbrechen, solieren, „walken“ (Walking Bass), dominieren und passende Hooklines zu einem Song beisteuern. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Und immer wieder trifft man auch auf Musikstile, die ohne Bass gar nicht denkbar wären und bei denen Bass und Schlagzeug die Hauptrolle spielen. Stellen Sie sich mal Reggae ohne Bass vor!
Tipp:Bass lernen